Andy entscheidet schließlich, dass er mit seinen drei Siebenen nicht gewinnen kann. Er spart die letzte Wette, indem er seine Hand foldet. Er hätte viel mehr gespart, wenn er in den vorherigen Runden nicht so optimistisch mit seinen eigentlich nicht so guten Händen gewesen wäre. Wie wir bereits in der hypothetischen Hand beim holdem sahen, ist diese "späte Klarheit" wahrscheinlich falsch. Wenn Andy am Ende foldet sollte er dieses nach Gregs raise machen und nicht später. Sobald Andy diese Wette gecallt hat, muss er die Hand auch bis zum ende spielen. Als er nämlich sein Blatt gefoldet hat, enthielt der Topf 249 €. Er musste also 8 € riskieren um 249 € gewinnen zu können, also hatte er eine Potodds von über 30-1.
Andy investierte viel Geld in diesem Topf, während er eine schlechte Hand hatte. Er verbesserte diese aber noch relativ gut. Obwohl sich herausstellte, dass er tatsächlich geschlagen wurde, war es nicht unmöglich mit den 3 Siebenen gewonnen zu haben. Die ersten 1,450 Meter dieses 1,500-Meter-Rennes ist er mitgelaufen, so sollte Andy auch noch die letzten wenigen Schritte machen. Mit den Potodds, welche besser sind als 30-1 muss er nicht sehr häufig Gewinnen um eine gute Investition gemacht zu haben.
Bob dreht sein Full House um und Greg verflucht sein Pech. Die beste Hand am Anfang hat sich zur besten Hand am Schluss entwickelt, was viel öfter geschieht, als die meisten Pokerspieler begreifen. Die Teilnehmer, die in einem allzu optimistischen Stil spielten, verloren viel mehr als die Spieler, die begriffen, dass ihre Hände unzulänglich waren. Diejenigen die gefoldet haben wussten, dass in einer oder zwei Minuten eine nächste Hand gespielt wird.
Während diese hypothetische Hand nicht typisch ist, da es ungewöhnlich drei starke Hände wie ein Full House, ein Straße und drei einer Art alle in derselben Zeit zu sehen. Es ist sicher nicht unmöglich, aber sehr unwahrscheinlich. Ich habe ein wenig dramatisches Beispiel genommen um zu demonstrieren, wie sich ein allzu optimistisches Denken als sehr teuer erweisen kann. Es kann auch teuer sein zu vergessen, welche Karten gefoldet worden sind oder wer der „Angreifer“ zum frühen Zeitpunkt der Hand war.
Dass die Endkarte verdeckt verteilt wird demonstriert einmal mehr den sehr bedeutenden Unterschied zwischen hold'em und Seven Card Stud. In hold'em ist es ziemlich leicht zu wissen, welche Hand Ihr Gegner haben könnte, weil nur zwei seiner Karten verdeckt sind. Aber beim Stud, mit drei Karten verdeckten Karten, ein Spieler kann ein sichtbares Blatt haben, welches sehr schwach (wie Bob) aussieht und trotzdem noch sehr starke Hand haben. Es ist sogar möglich das man einen Vierling hat.
Wenn Sie starke Karten am Anfang spielen, seien Sie aufmerksam, sowohl den Karten in den Händen der anderen Spieler als auch die Art wie sie sie wetten. Der Optimismus darf nicht die Überhand gewinnen, dann sind Sie auf einem guten Weg ein solider Seven Card Stud Spieler zu werden.
Wenn das nach viel klingt, haben Sie Recht. Deshalb ist Poker, auf lange Sicht gesehen ein Spiel der Sachkenntnis und nicht des Glückes. Aber seien Sie vorsichtig. Besonders an den niedrigeren Tischlimits werden die meisten Ihrer Gegner alle diese wichtigen Aufgaben nicht immer beachten. Konzentrieren Sie sich auf das Treffen guter Entscheidungen und seien Sie ehrlich zu sich selber, wie gut oder schlecht Sie gespielt haben. Versuchen Sie sich immer weiter zu verbessern, so dass Spieler die Sie heute schlagen in ein paar Monaten gegen Sie verlieren.